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Am achten Tag begann das Wasser sich weiter zurückzuziehen. Doch trotz des sichtbaren Rückgangs blieb der Grundwasserspiegel ungewöhnlich hoch, sodass viele Keller, Gräben und Felder weiterhin nicht vollständig entwässert werden konnten. Das Dorf lag noch immer in einer Mischung aus stehenden Wasserflächen, Öl und Trümmern. Jeder Meter, den das Wasser wich, zeigte neue Schäden – und neue Herausforderungen. Mit dem sinkenden Pegel rückten nun auch die Medien an. Reporter und Kamerateams machten sich ein Bild von der Lage, dokumentierten die Zerstörung und sprachen mit Einsatzkräften und Bewohnern. Zum ersten Mal wurde die Katastrophe von Zusum auch außerhalb des Donau-Ries sichtbar – und das Ausmaß überraschte viele. Um die Versorgung und Koordination zu erleichtern, richtete das BRK einen Sammelpunkt für Hilfskräfte und Anwohner ein. Dort wurden Informationen gesammelt, Material verteilt, medizinische Hilfe angeboten und Unterstützungsmaßnahmen organisiert. Immer mehr Helfer trafen ein, um beim Pumpen, Aufräumen und Sichern zu unterstützen. Mit jedem Zentimeter, den das Wasser fiel, kamen weitere Schäden zum Vorschein. Ölverschmierte Mauern, Fassaden und Straßen prägten das Ortsbild, begleitet von beschädigten Heizungen, vollgelaufenen Kellern und zerstörten Elektroanlagen. In Rettingen zeigte sich die Zerstörung noch drastischer: Hier hatten unterspülte Straßen und aufgeplatzte Asphaltflächen ganze Straßenzüge schwer gezeichnet. Die Katastrophe zeigte nun ihr wahres Gesicht – nicht mehr verborgen unter der Wasseroberfläche, sondern offen sichtbar in jedem Winkel. Tag 8 war der Tag, an dem Zusum begriff, wie groß die Aufgabe sein würde, die nun bevorstand. Das Wasser wich – aber die Folgen blieben.