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Auch am siebten Tag stand Zusum noch immer unter Wasser. Große Teile des Ortes, der Felder und der Straßen waren weiterhin überflutet. Die Wassermassen hatten sich zwar langsam zurückgezogen, doch im Dorf selbst stand das Wasser noch immer hoch – träge, schwer und voll von Öl und Treibgut. Jeder Schritt durch den Ort zeigte, wie tief die Katastrophe ihre Spuren hinterlassen hatte. Erst jetzt, nach Tagen des Wartens, trafen endlich zusätzliche Hilfskräfte und schweres Gerät ein. Spezielle Feuerwehr-Hochleistungspumpen für extreme Hochwasserlagen wurden geliefert, die mit ihrer enormen Förderleistung das Wasser deutlich schneller aus dem Ort pressten als die zuvor eingesetzten landwirtschaftlichen Pumpen. Endlich bewegte sich etwas – sichtbar, spürbar und unüberhörbar: Das monotone Dröhnen der Pumpen begleitete den gesamten Tag. Doch das weichende Wasser legte nun seine ganze Härte frei: Die Straßen und Mauern waren von einem dichten Ölschleier überzogen, Treibgut türmte sich auf, Zäune lagen flach, und viele Häuser zeigten massive Schäden an Mauern, Böden und Installationen. Das Wasser hatte sich überall hineingedrückt. Mit dem Eintreffen weiterer Hilfskräfte – Feuerwehr, THW, Bundeswehr, Landwirte und freiwillige Helfer – füllte sich der Ort wieder mit Menschen, die entschlossen anpackten, sich einen Überblick verschafften und erste Schritte zur Schadensbegrenzung einleiteten. Doch je mehr das Wasser wich, desto klarer wurde: Die tatsächlichen Schäden waren immens. Tag 7 war der Tag, an dem Zusum zum ersten Mal in vollem Umfang realisieren musste, was dieses Hochwasser angerichtet hatte. Ein Tag voller tiefer Erschöpfung, aber auch ein Tag, an dem unsere Dorfgemeinschaft und alle Helfer unerschütterlich zusammenrückten, um diese Last gemeinsam zu tragen.