Schon zu Beginn des vierten Tages zeigte sich die kritische Lage im benachbarten Rettingen, das als erstes betroffen war und hier teilweise noch Hilfe von außen bekommen konnte. Auch in unserem Ort lief das Wasser nun stetig über die Deiche hinweg und drang langsam, aber unaufhaltsam in die ersten Straßen und Gärten vor. Erste Keller füllten sich. Vormittags versuchten wir noch unermüdlich, das eindringende Wasser mit unseren Pumpen zurückzudrängen. Doch der ständige Zufluss über die Deiche war schlicht zu stark, sodass der Wasserstand unaufhaltsam weiter anstieg. Da die Deiche durch den tagelangen Regen extrem aufgeweicht waren, mussten wir aus Sicherheitsgründen auf Abstand bleiben und konnten den Zufluss nicht direkt stoppen. In den Abendstunden dieses anstrengenden Tages erhielten wir dann wichtige Unterstützung: Die Bundeswehr traf vor Ort ein. Mit schweren, hochwassergeeigneten Fahrzeugen gelang es den Soldaten, die bereits überfluteten Zufahrtswege zu passieren, und sie brachten dringend benötigte Sandsäcke in den Ort. Diese Sandsäcke verteilten wir gezielt an alle Bewohner, die welche benötigten, um ihre Häuser und Keller zu schützen und ihnen so zumindest etwas Schutz und Hoffnung in dieser kritischen Situation zu geben. Tag 4 endete mit der harten Realität, dass das Wasser den Ort nun immer weiter einnahm, doch unser unermüdlicher Einsatz ging nahtlos weiter.
