Die Katastrophe kündigte sich über Tage hinweg an. Ununterbrochener, intensiver Dauerregen ließ die Pegel in ganz Bayern gefährlich steigen. Die Flüsse traten über die Ufer, und die Rückhaltebecken waren bis an ihre absolute Belastungsgrenze gefüllt. Die Warnungen vor großflächigen Überflutungen überschlugen sich schließlich, und entlang der Donau wurde in mehreren Landkreisen Katastrophenalarm ausgerufen – darunter auch im Landkreis Donau-Ries. Am 1. Juni 2024 erreichte die Lage ihren kritischen Höhepunkt: Für Zusum erwarteten die Behörden eine massive Überschwemmung des gesamten Ortsbereichs. Gegen Mittag traf die Polizei ein und ordnete die Evakuierung an. Straßen wurden kontrolliert und Fahrzeuge aus den gefährdeten Bereichen herausgeführt. Auch die Landwirtschaft musste sofort handeln: In einer eilig organisierten Rettungsaktion wurden die Tiere von den betroffenen Höfen evakuiert und auf höher gelegene, geschützte Höfe in der Umgebung in Sicherheit gebracht. Den Bewohnern wurde der Ernst der Lage unmissverständlich dargelegt. Sie wurden genauestens darüber informiert, was passiert, wenn Zusum überflutet ist: Der Ort wäre dann komplett abgeschnitten, und im Ernstfall könne keinerlei Hilfe mehr von außen erwartet werden. Trotz dieser eindringlichen Warnung durfte ein Teil der Bewohner nach Rücksprache mit den Einsatzkräften und den Behörden im Ort bleiben, um ihr Eigentum zu schützen. Es begann ein Wettlauf gegen das Wasser: Kellerabgänge, Schächte und vor allem auch die Türen wurden aufwendig mit Folien abgedichtet und massiv mit Sandsäcken verstärkt. Parallel war die Feuerwehr im Dauereinsatz. Die Einsatzkräfte waren ununterbrochen zur Lageerkundung und Unterstützung der Bevölkerung im Ort unterwegs, gaben Material aus und sicherten kritische Punkte. Die Atmosphäre war extrem angespannt, zeigte aber auch den immensen Zusammenhalt und die Entschlossenheit der Dorfgemeinschaft.
